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Selbstvermarktung für Fotografen – Kapitel 2 – Barrierefreiheit

Barrierefreies Internet - Selbstvermarktung für Fotografen

Selbstvermarktung für Fotografen – Kapitel 2 – Barrierefreiheit

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In Kapitel zwei meines Buches „Selbstvermarktung für Fotografen“ (hier „Selbstvermarktung für Fotografen“ direkt bei amazon.de bestellen*) erschienen beim dpunkt Verlag erwähne ich an einer Stelle das Thema „Barrierefreies Internet“.
Da der Platz für genauere Erklärungen oft in Büchern nicht ausreicht um manchen Themen mehr Platz einzuräumen, möchte ich an dieser Stelle gerne genauer auf das Thema „Barrierefreiheit“ – oder auch „barrierefreies Internet“ eingehen.

Das bedeutet barrierefreies Internet

Ich selbst unterscheide bei der Definition von barrierefreiem Internet (hierzu auch folgender Wikipedia -Artikel) immer zwischen zwei Dingen: Erstens sollte eine Webseite in erster Linie aus technischer Sicht barrierefrei sein. Dies bedeutet, dass keine Plugins, so nennt man kleine Erweiterungsprogramme unter Anderem in Browsern, notwendig sein dürfen, damit die Seite lesbar dargestellt und angezeigt werden kann. Überprüfen lässt sich dies ganz einfach in den Google Webmaster Tools (der Google Search Konsole) unter der Rubrik „Abruf wie durch den Google Bot“.  Der Google Bot selbst ist nicht dazu in der Lage, Grafiken, Bilder oder Farben zu sehen, er erkennt nur Text, Links und Codezeilen in Javascripts (ohne diese auszuführen) und CSS-Dateien. Steht eine Seite mit allen Inhalten dem Google Bot zur Verfügung, so ist sie aus technischer Sicht „barrierefrei“. Dies ist unter Anderem der Grund, warum es besser ist, kein Flash auf der eigenen Website zu verwenden, da Flash vom Google Bot, aber auch von bestimmten Endgeräten, wie dem iPhone oder dem iPad nicht interpretiert und ausgeführt werden kann.
Zweiten sollte eine Barrierefreie Website auch alle Voraussetzungen erfüllen, um von Menschen mit Sehschwächen oder beeinträchtigtem Sehvermögen ebenso „erlebt“ werden zu können, wie von Gehörlosen oder Menschen ohne Einschränkung.

Barrierefreiheit ist jedoch in allererster Linie aus dem Alltag bekannt. Behörden und öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser, Schulen, Bahnhöfe, etc. müssen laut Gesetz bestimmte Standards im Bereich Barrierefreiheit bieten, denn diese Gebäude müssen für Menschen mit physischen Einschränkungen ebenso benutzt werden können wie von Menschen ohne jegliche Einschränkung.

Diese Vorteile hat SEO für barrierefreie Websites

Müsste diese Überschrift nicht anders formuliert sein? „Diese Vorteile haben barrierefreie Websites für SEO“ – in diesem Fall nicht, denn was vielen vielleicht nicht bekannt ist, ist die Tatsache dass man Einiges automatisch richtig macht, wenn man Websites für Suchmaschinen optimiert. In diesem Fall spreche ich speziell von der richtigen On-Page Optimierung. SEO hat also nicht nur den Vorteil, dass man die Möglichkeit hat, das eigene Ranking in den Suchmaschinen zu verbessern, sondern auch beeinträchtigten Nutzern so die Chance gibt, die eigene Website umfassend zu nutzen.

Gute Strukturierung eines Textes

Der Vorteil eines gut strukturierten Textes liegt darin, dass Suchmaschinen sich mit der Indexierung eines Textes wesentlich leichter tun, diesen zu erfassen. Aber nicht nur Suchmaschinen sondern auch Nutzer ohne und mit Sehschwäche profitieren davon. Während Menschen ohne Sehschwäche sich wesentlich leichter tun, einen geschriebenen Inhalt durch gut gesetzte Überschriften, schnell zu erfassen, so fällt es auch Menschen mit Sehschwäche aus den gleichen Gründen leicht. Für diese Bevölkerungsgruppe gibt es spezielle Software, so genannte „Screenreader“ – die Ihnen Texte auf Websites je nach Grad der Einschränkung komplett vorlesen. (Mehr über Screenreader auf Wikipedia).
Für blinde und gleichzeitig gehörlose Menschen gibt es eine weitere Technologie, die Braillezeile. Hierbei handelt es sich um ein mechanisches Gerät, welches Texte auf Websites in Braillesprache „übersetzt“. Diese Schnittstelle zwischen Computer und Mensch ist leider sehr teuer und die Kosten werden nur auf spezielle Indikation hin von Krankenkassen übernommen, was aber meiner Ansicht nach dringend erforderlich wäre, da die Kosten in der Regel, je nach Hersteller, bei um die 10.000 € liegen. (Weiterführende Info auf Wikipedia)

Skalierbarkeit von Schriften

Menschen mit weniger starker Sehschwäche nutzen häufig auch die Möglichkeit, Schriften so groß wie möglich darstellen zu lassen. Die kann in der Regel jeder Browser durch das Drücken von Apfel/cmd + für Vergrößerung oder Apfel/cmd – für Verkleinerung der Darstellung.

Die relativ neue webkit CSS Technologie „verbietet“ das Skalieren von Schriften im Internet für viele, wenn auch nicht für alle Browser. Sollten Sie also folgende Zeile in den .css Dateien Ihrer Website finden, sollten Sie überlegen, ob sie wirklich verhindern wollen, dass Menschen mit Sehschwächen Ihre Website nicht oder leicht nutzen können.

-webkit-text-size-adjust:none;
-ms-text-size-adjust:none;
-moz-text-size-adjust:none;
text-size-adjust:none;

Navigation / Buttons aus Bildern

Man findet im Internet immer noch viele Websites, die Buttons, Navigationspunkte und andere wichtige Website-Elemente mit der Hilfe von Bildern aufbauen, um ein bestimmtes „Design“ zu erreichen. Viel besser ist es, solche Elemente durch Elemente zu ersetzten, die tatsächlich auch gelesen werden können. Hier als kleines Beispiel ein und der selbe Button oben als css Version, unten als grafische Version.

testbutton als grafik ohne funktion

Sie können den Unterschied folgendermaßen feststellen: Versuchen Sie beim zweiten Button ausschließlich den Text zu markieren, wird dies nicht klappen – ganz anderes jedoch beim ersten, oberen Button, bei dem Sie den Text und sogar den Apfel alleine markieren können.
Hierbei kann man sich eine „Grundregel“ merken:
Ausschließlich markierbarer und kopierbarer Text auf einer Website kann tatsächlich von Suchmaschinen interpretiert und gelesen werden. Gleiches gilt ebenso für Screenreader wie für Brailetext-Geräte. Dies wirkt sich positiv auf SEO und Barrierefreiheit Ihrer Website aus.

Die Verwendung von Alt-Tags und Title-Tags

Da Bilder nicht durch Google und Menschen mit Sehschwäche „gelesen“ und wahrgenommen werden können, sollten Sie in jedem Fall Ihre Fotos mit beschreibenden Alt-Tags versehen. Mehr Informationen hierzu finden Sie in meinem Buch „Selbstvermarktung für Fotografen„* in Kapitel 2.3 und 2.4.

Title-Tags übernehmen hierbei die Kennzeichnung und genauere Beschreibung von Links, sodass der eingeschränkte Nutzer erkennen kann, was sich genau hinter einem Link verbirgt.

Weiterführende Literatur

Wer tiefer in diese Thematik einsteigen möchte und nach meinem Buch* noch weitere Informationen zu diesem Thema lesen möchte, dem empfehle ich folgende Fachliteratur zum Thema „barrierefreies Internet“:

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